AKTUELLES  
 
Aktuelles vom Förderwerk Bremerhaven

„Arbeit für alle – Projekte müssen bleiben“

16.12.2010

Förderwerker beteiligen sich an Demonstration vor der Bremer Bürgschaft

 

Sie war laut, sie war gut besucht und sie sprach die Wahrheit. Die Demonstration Bremerhavener und Bremer Beschäftigungsträger vor der Bremer Bürgschaft am 25. November zeigt hoffentlich schnell Erfolg.

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Durch die beschlossenen Sparmaßnahmen der Bundesregierung stehen die Beschäftigungsträger alle vor dem gleichen Problem, sie stehen vor dem Aus. Dies trugen Mitarbeiter des Förderwerks Bremen und Bremerhaven gemeinsam mit ihren Leidensgenossen zur Bremer Bürgschaft, deutlich auf Plakate geschrieben und nochmals laut gerufen. „Projekte müssen bleiben“, „Wir zahlen nicht für eure Pleite“ und „Ihr könnt Arbeitslosen nicht die Perspektiven wegsparen“ stand auf den Tafeln der über 2.500 Demonstranten.

 

Bundesarbeitsministerin Frau von der Leyen hat beschlossen, dem Bundesland Bremen die Gelder für die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen um 20 Millionen Euro zu kürzen. Da Frau Bundesministerin von der Leyen bekanntlich „Nägel mit langen Köpfen macht“ sind weitere drastische Kürzungen für das Jahr 2012 auch schon ausgearbeitet. Nur was nach dem unvermeidlichen Ende von Beschäftigungsträgern dann mit den Langzeitarbeitslosen passieren soll, dazu gibt es keine Pläne.

Es ist ein chaotischer Zustand der derzeit in der Finanzierung der Arbeitsmarktpolitik herrscht.

Die Betroffenen von den geplanten Einsparungen sind die, die durch den zweiten Arbeitsmarkt wieder Hoffnung, Perspektive und Mut finden: Langzeitarbeitslose.

Aber auch die Mitarbeiter der Beschäftigungsträger bangen um ihre Arbeitsplätze. Eine solch überdimensionale Kürzung von 20 Millionen Euro hat zur Folge, dass Projekte, die der Bevölkerung in jeder Hinsicht dienen, aufgelöst werden müssen. Die Anzahl der Plätze in den so genannten Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen soll im kommenden Jahr fast halbiert werden. Die katastrophalen Folgen der Kürzungen sind weitreichend.

 

Beschäftigungsträger schaffen durch Arbeit, Beschäftigung und Qualifikation für Behinderte, Benachteiligte und andere Zielgruppen den größten Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.

Es ist ein Gewinn für alle. Ein Platz in einer Beschäftigungsmaßnahme bietet Langzeitarbeitslosen  den rettenden Ast aus dem ewigen Teufelskreis von Hartz-IV, Resignation und Selbstmitleid. „Wir fördern Zukunft“, ist das Sinnbild von Förderwerk, welches man auch an den Ergebnissen der Arbeiten erkennt. Mit den verschiedenen Projekten im Grünbereich und im Werkstattbereich qualifiziert Förderwerk mit Beratung und Schulung Langzeitarbeitslose für den ersten Arbeitsmarkt und schafft dadurch gleichzeitig eine deutliche Bereicherung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bremerhaven.

 

Im vergangenen Sommer verwandelte die Abteilung Garten- und Landschaftsbau eine verwucherte Brachfläche in eine Bewegungs- und Ruheoase. Die Besucher sind begeistert und auch benachbarte Schulen. Diese nutzen den Platz als Klassenraum im Freien um den Bezug zur Natur in den Unterricht einfließen lassen zu können.

Während der Umbauarbeiten qualifizierte die Abteilung durchschnittlich 20 Langzeitarbeitslose und bildet zudem noch zwei Lehrlinge aus.

Auch Dienstleistungen wie die „Aussenraumconcierge“ sind wichtig für alle Beteiligten. Das Projekt startete im vergangenen Jahr in kleinerem Umfang beim Kapitänsinsel-Spielplatz in Grünhöfe. Dort  überprüfen sie täglich die Spielgeräte auf ihre Sicherheit und sorgen für Sauberkeit. In den wärmeren Monaten veranstalten sie täglich Spielnachmittage, verleihen Spielgeräte und schaffen ein sicheres Gefühl für Eltern. Derzeit werden in diesem Projekt 2 Langzeitarbeitslose qualifiziert, ein Ausbau des Projekts ist geplant und sollte gemeinsam mit der Bremerhavener Wohnungswirtschaft umgesetzt werden.

 

Die Ergebnisse die Förderwerk Bremerhaven und andere Beschäftigungsträger ,die heute einheitlich „Nein“ zu diesem Sparprogramm sagten, sind ein positiver und sinnvoller Beitrag für die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt.

Ein unerlässlicher Teil bei der Wiedereinführung von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt ist neben der Qualifizierung und der Heranführung an den Arbeitsalltag auch die Leistung der Personalentwickler.

 

Vor allem bei den jungen Langzeitarbeitslosen ist eine Hilfestellung wie Förderwerk sie in ihrem U25 Projekt anbietet nicht verzichtbar.

Die Jugendlichen sind meist völlig perspektivlos, haben oft keinen Schulabschluss und ein Berufsabschluss ist eine Seltenheit. Hinzu kommen auch die persönlichen Situationen, geprägt von Straffälligkeiten, Schuldenprobleme und Suchtkrankheiten. Ein geregelter Alltag und eine verantwortungsvolle Haltung gegenüber ihrem eigenen Leben werden hier vermittelt. Mit der Qualifizierung in den verschiedenen Arbeitsbereichen, der beratenden Tätigkeit und dem oft von selber fallenden Groschen, dass „hartzen“ doch nicht so cool ist, hat Förderwerk bereits viele junge Langzeitarbeitslose wieder in die Arbeitswelt integriert. Enge Zusammenarbeit mit Schulen, Weiterbildungseinrichtungen und sozialen Beratungsstellen garantieren ein engmaschiges Netz mit dem die Teilnehmer aus ihrem perspektivlosen Dasein gefischt werden.

Auch Berufspraxis erleben die meisten jungen Langzeitarbeitslosen erst beim Förderwerk.

All diese Hilfestellungen können nicht mehr oder nur noch in sehr geringem Umfang angeboten werden, sollte die Bundesregierung weiterhin an ihren Sparplänen festhalten.

Eine Deputationsausschusssitzung am 16. Dezember entscheidet nun über das Schicksal von Förderwerk und auch das von anderen Beschäftigungsträgern.

Weitere Infos hier:

 

http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Politik/274706/Bremer+demonstrieren+gegen+Kuerzungen.html

 

http://www.radiobremen.de/fernsehen/buten_un_binnen/video20668-popup.html

 

 

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